Lea und Christian
    auf ihrer grossen Reise 2004/2005
     
 

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Spezialbericht Bhutan: Laya-Gasa Trek

Tagebuchnotizen eines vierzehntägigen Trekkings im Nordwesten Bhutans

Samstag, 26. März 2005
Druk Gyel Dzong (2580m) nach Sharnazampa (2870m)
17 km, Trekkingzeit 4 Stunden
Wetter: schön mit bewölkten Phasen
Unser Trekkingteam besteht aus neun Maultieren, zwei Köchen, zwei Tierbetreuern, Chimi unserem Guide und uns beiden. Bevor wir unser erstes Tagesziel erreichen, registriert uns Chimi beim Army Checkpoint Gunyitsawa. Wir warten in Sharnazampa auf die Maultiere, die unsere ganze Ausrüstung tragen. Bald heisst es zum ersten Mal unser Zweierzelt aufstellen. Auch Chimi hat ein eigenes Zelt, die restliche Mannschaft schläft im grossen Küchenzelt. Zu unserer Überraschung wird uns von nun an täglich ein Zvieri am Campingtisch serviert (Tee und Süssigkeiten). Während wir uns gemütlich auf den Campingstühlen erholen, zaubert Mingyur und sein Küchengehilfe ein feines, ausgiebiges Znacht auf den Tisch. Heute gibt es: Suppe, Reis, Saucenkartoffeln mit Käse, Spinat, süss-saures Gemüse, Poulet und zum Dessert ein Mandarinli.

Sonntag, 27. März 2005
Sharnazampa (2870m) nach Thangthangka (3610m)
22 km, Trekkingzeit 5 Stunden 08
Wetter: schön, abends Schneeregen
Nach einem kräftigenden Frühstück brechen wir unser Zelt ab und machen uns frühzeitig auf den Weg. Das Aufräumen und das Bepacken der Maultiere wird von der Mannschaft übernommen. Wir wandern den Tieren also immer voraus. Wir haben nur unseren kleinen Tagesrucksack mit Wasser, Regenschutz und Fotoausrüstung dabei. Um die Mittagszeit holt uns der Küchengehilfe jeweils ein. Er trägt eine grosse Thermoskanne mit heissem Tee und in einer Warmhaltebox unser verpacktes Mittagessen mit sich. Heute essen wir Reis, Blumenkohl, süss-saures Gemüse, Lauch und Ema-Tatse (Chili an Käsesauce, eine bhutanesische Spezialität). Nachdem wir unser Tagescamp erreicht haben, suchen wir bis zum Eintreffen der Maultiere Holz für das Lagerfeuer. Vor dem Abendessen setzt Schneeregen ein und es wird merklich kühler. Abendessen: Suppe, Reis, Spargelgemüse, süss-saures Schweinefleisch, Auberginen, Karotten und Bohnen, zum Dessert ein Apfel.

Montag, 28. März 2005
Thangthangka (3610m) nach Yangothang (4080m)
19 km, Trekkingzeit 3 Stunden 30
Wetter: sonnig, aber windig
Tagwache um 6.15 h. Man bringt uns die übliche Kanne Tee. Wir sehen die Spitze des Jhomolhari (7314m) in der Morgensonne ohne Nebel. Zum Frühstück wird uns erstmals das typische bhutanesische Frühstücksgericht Tsampa serviert. Ein teigähnliches Gemisch aus Mehl, Salz und Wasser. Es ist eine sehr nahrhafte Energiezuführende Mahlzeit, die uns Kraft gibt. Die Trekkingroute verläuft auch heute dem Fluss Paro Chhu aufwärts. Wir überschreiten die Baumgrenze und erreichen ein Hochplateau. Erstmals übernachten wir auf über 4000 Metern. Unser Lager liegt idyllisch am Flussufer mit Blick auf die beiden, leider im Nebel verhüllten, Gipfel des Jhomolhari. Am späten Nachmittag beginnt es zu schneien. So nehmen wir das Nachtessen im Küchenzelt ein: Suppe, Reis, süss-saures Gemüse, Champignons, Dhal (Linsengericht). Christian nimmt erstmals eine wärmende Bettflasche (unsere Getränkeflasche...) mit ins Bett.

Dienstag, 29. März 2005
Ruhetag im Jangothang-Camp
In der Nacht schneit es weiter. Beim Erwachen liegt unser Camp unter einer fünfzehn Zentimeter dicken Schneedecke. Bei schönstem Sonnenschein präsentiert sich uns eine wunderprächtige Winterlandschaft. Obwohl wir den Tag mit Ausruhen verbringen, wird uns reichlich Essen serviert, das wir mit Heisshunger verdrücken. Nachtessen: Suppe, Reis, Poulet, süss-saures Gemüse, Kohlrabigemüse, Spinat und zum Dessert ein Mandarinli.

Mittwoch, 30. März 2005
Jangothang (4080m) nach Lingzhi (4010m)
18 km, Trekkingzeit 4 Stunden 45
Wetter: sonnig, windig
Tagwache um sechs Uhr bei eisiger Kälte, sogar das kleine Bächlein hinter unserem Zelt ist zugefroren. Es wird uns wieder Tsampa aufgetischt. Dies hat seinen Grund, müssen wir doch heute den 4870 Meter hohen Pass Ngile La überqueren. Die Bergwelt präsentiert sich uns wolkenfrei. Sichu Drakye (6789m) und die beiden Gipfel des Jhomolhari (7314m resp. 6942m) haben wir direkt vor unserer Nase. Nach drei Stunden erreichen wir die Passhöhe mit den Gebetsfahnen. Chimi beginnt zu beten und dankt den Göttern für den unfallfreien Aufstieg und das schöne Wetter. Bis wir den Talboden erreichen, müssen wir mehrere Schneefelder durchqueren. Dann steigen wir durch Rhododendronwälder hinunter zu unserem heutigen Camp, unterhalb des Lingzhi Dzongs. Nachtessen: Suppe, Reis, Auberginen, Kartoffeln, Poulet. Zum Dessert Kirschen im Schnaps und ein Apfel.

Donnerstag, 31. März 2005
Lingzhi (4010m) nach Chebisa (3880m)
10 km, Trekkingzeit 3 Stunden 10
Wetter: sonnig, windig
Wir erklimmen die Anhöhe über unserem Camp, wo wir den hoch über dem Tal thronenden Dzong direkt vor uns haben. Ein Höhenweg führt uns nach Lingzhi. Beim Dorfeingang begegnen wir einem älteren Hirten, der einen Yak-Schaedel über dem Feuer grilliert. Lingzhi verfügt über eine Poststelle mit Telefonverbindung und über ein Basisgesundheitszentrum. Dort besorgt sich Chimi Schmerztabletten, klagt er doch seit Beginn des Trekkings über Gelenkschmerzen. Wir folgen weiter dem Höhenweg, zweigen in ein Seitental ab und erreichen nach kurzem Abstieg den Ort Goyul. Dort holen uns unsere Maultiere ein, erstmals seit Trekkingbeginn. In Chebisa hat Tempa, einer unserer Maultierbetreuer, Verwandte. Wir dürfen in deren Haus übernachten. Das Zelt aufstellen entfällt für einmal, worüber alle nicht unglücklich sind. Uns werden zwei Matratzen im Altarraum des Bauernhauses bereitgemacht. Abendessen: Suppe, Reis, Schweinsragout, Spargeln, gemischtes Gemüse und zum Dessert Fruchtsalat. Die Mahlzeiten sind übrigens immer stark mit Knoblauch gewürzt, sollen diese Knollen doch sehr gut gegen Höhenkrankheit schützen. Auch Honig (gibt es zum Frühstück) soll ein sehr gutes Mittel dagegen sein. Nach dem Essen sitzen wir in der Küche um den wärmenden Ofen. Dieser wird mit getrocknetem Yak-Dung geheizt. Später werden uns von ein paar Frauen des Dorfes traditionelle Tänze und Lieder vorgeführt.

Freitag, 1. April 2005
Chebisa (3880m) nach Shakshepasa (3980m)
15 km, Trekkingzeit 3 Stunden
Wetter: am Morgen sonnig und warm, Nachmittags bewoelkt und Schneefall
Erneut gibt es Tsampa zum Frühstück. Dies hilft uns, den 4440 Meter hohen Gogu La problemlos zu übersteigen. Auf der Passhöhe präsentiert sich uns eine tolle Aussicht ins nächste Tal und auf weitere Bergketten. Bereits um die Mittagszeit erreichen wir unseren heutigen Lagerplatz im Tal von Shakshepasa. Während wir unseren Lunch essen, zieht eine grosse Yakherde talaufwärts an uns vorbei. Nachtessen: Suppe, Reis, gekochter Rettich, Blumenkohl an Chili, Kartoffeln- und Reisnudeln, Lammragout, getrockneter Fisch mit Chili und zum Dessert eine Birne. Beim Einschlafen tröpfeln die Schneeflocken auf unser Zelt...

Samstag, 2. April 2005
Shakshepasa (3980m) nach Robluthang (4160m)
20 km, Trekkingzeit 4 Stunden 36
Wetter: schön
Wau, was für eine schweinekalte Nacht! Sogar der flache Bergfluss ist zugefroren. Und unser Camp wird erst um acht Uhr morgens von der wärmenden Morgensonne erreicht. Wir wärmen uns bis dann am Feuer, tauen eine Büchse Orangensaft auf und nehmen das Frühstück zu uns. Anschliessend starten wir unsere heutige Wanderung. Es geht gleich steil bergauf, dann etwas flacher in ein Seitental hinein, bevor es dann definitiv zum Jhari La (4750m) hochgeht. Es ist anstrengend, wir sind müde und die dünne Luft setzt uns zu. Auf der Passhöhe windet es kaum und erneut überwältigt uns der Blick ins nächste Tal. Im Tal von Robluthang treffen wir auf Hirtenfrauen in der typischen Tracht von Laya. Sie tragen einen geflochtenen, trichterförmigen Hut und schwarzblaurote Kleidung. Zum Abschluss des Tages steht uns noch ein happiger Aufstieg in ein windgeschütztes Wäldchen bevor, wo wir unser Camp einrichten. Während wir uns am Lagerfeuer wärmen, fallen schon die ersten Schneeflocken. Nachtessen: Suppe, Reis, Glasnudeln mit Gemüse, Thon, Blumenkohl, Pilze und zum Dessert Pfirsich aus der Dose.

Sonntag, 3. April 2005
Robluthang (4160m) nach Limithang (4140)
19 km, Trekkingzeit 4 Stunden 45
Wetter: bewoelkt, neblig, frostige Bise
Erneut eine saukalte Nacht.... Wir haben heute die Überquerung des 5005 Meter hohen Sinche La vor uns. Nach drei Stunden Aufstieg haben wir es geschafft. Fantastisch, das erste Mal über 5000 Metern zu sein. Es bläst ein eiskalter Wind, die Sonne lässt sich heute nicht blicken. So steigen wir, nachdem der Küchengehilfe zu uns gestossen ist, bald ins Tal hinunter. Der Weg ist schneebedeckt und rutschig. Im Talboden warten wir auf den Maultiertross, weil Chimi sicher sein will, dass die Tiere den Pass unfallfrei überqueren konnten. Wir lassen die Tiere passieren und laufen gemütlich die letzte Strecke zum Zeltplatz. Dort wäscht sich Lea die Haare, die, statt zu trocknen, gefrieren... Nachtessen: Suppe, Reis, Poulet-Curry, Dhal, gemischtes Gemüse, Kabissalat.

Montag, 4. April 2005
Limithang (4140m) nach Laya (3840m)
14 km, Trekkingzeit 2 Stunden 45
Wetter: schön, später bewoelkt, kühler Wind und Schneefall
Am Morgen sind die beiden Pferdebetreuer nicht im Camp. Auch die Maultiere sind nirgends. Schon am Vorabend seien die Pferde weggelaufen, teilt uns Chimi mit. Wir sind am frühstücken, als Tempa mit den Tieren im Schlepptau, eintrifft. Sie waren bis fast auf die Passhöhe zurückgelaufen, und dies mitten in der Nacht. Die Wanderung nach Laya geht dann talabwärts. Mit vielen auf und abs zieht sie sich aber in die Länge. Schliesslich erblicken wir das schön auf einer Terrasse liegende Laya. Heute übernachten wir im Haus des Dorfoberhauptes. Am Nachmittag machen wir einen interessanten Dorfrundgang. Der Besuch der Schule fasziniert uns, schliesslich ist heute der erste Schultag. Wir probieren heute zum ersten Mal getrockneten Yakkaese. Bis wir dieses kleine, harte Stück Käse in unserem Mund durchgekaut haben, vergehen Stunden. Nachtessen: Suppe, Reis, Eier-Curry, Nudeln an Pilzsauce, Gurkengemüse, zum Dessert Pfirsich aus der Dose.

Dienstag, 5. April 2005
Laya (3840m) nach Bari La (3700m)
24 km, Trekkingzeit 5 Stunden 35
Wetter: sonnig und schön, nachmittags bewoelkt
In der warmen Sonne geht es talabwärts, alles dem Fluss entlang. Auch heute ermüden uns die vielen kurzen Auf- und Abstiege. Wir sind froh, dass sich uns durch eine Flusskorrektur eine Abkürzung bietet. Dies erspart uns einen mühsamen Aufstieg von einer Stunde. Der vorgesehene Übernachtungsort in Kaoina stellt sich als sumpfiger, feuchter Ort heraus. Chimi schlägt deshalb ein Camp vor, das noch ungefähr eine halbe Stunde bergauf liegt. Wir steigen also hoch und weiter hoch, alles im schlammigen Weg. Die Maultiere ziehen an uns vorbei. Bergaufwärts sind diese Tiere sowieso immer schneller als wir. Es vergeht eine Stunde, weit und breit sehen wir keine flache Stelle. Nach 90 Minuten sind wir immer noch im Aufstieg, langsam sinkt unsere Moral und wir werden langsamer. Nach mehr als zwei Stunden erreichen wir endlich einen kleinen, flachen Platz, kaum gross genug für unsere drei Zelte. Wir teilen Chimi mit, dass wir gerne wissen würden, wenn der zusätzliche Weg statt einer halben Stunden zweieinhalb Stunden dauern würde. Unser Vorteil: Jeder Höhenmeter den wir heute schon zurückgelegt haben, wird uns morgen schon erspart. Nachtessen: Suppe, Reis, Dhal, gemischtes Gemüse, Auberginen, Kabissalat. Zum Dessert Birne aus der Büchse.

Mittwoch, 6. April 2005
Bari La (3700m) nach Gasa Tsachu (2300m)
15 km, Trekkingzeit 4 Stunden 30
Wetter: bewoelkt, angenehme Temperatur
Seit langem die wärmste Nacht! Nach einem kräftigen Frühstück setzen wir den Anstieg zum Bari La (3900m) fort. Wie wir richtig vermutet haben, erreichen wir schon nach dreissig Minuten die Passhöhe. Wir haben gestern also schon zwei Drittel des für heute geplanten Aufstiegs hinter uns gebracht. Dichter Nebel versperrt den Ausblick. Der Abstieg ist äusserst anstrengend und zieht sich in die Länge. Wir laufen stundenlang im Schlamm und hüpfen auf Steinen und Holzbalken, vorbei an Wegarbeitern, die in mühsamer Arbeit versuchen, den Zustand des Wanderweges zu verbessern. Nach mehr als drei Stunden erblicken wir den mit Türmen verzierten Rundbau des Gasa Dzongs. Von dort geht es steil ins Tal hinunter zu den warmen Quellen von Gasa Tsachu. Wir schlagen das Zelt auf und liegen schon bald in den hölzernen Wasserbecken. Was für eine Wohltat für unsere strapazierten Gliedern, sich im warmen Thermalwasser zu entspannen. Abends beginnt es zu regnen und wir essen im Küchenzelt: Suppe, Reis, Ema-Tatse, Yak-Curry, Pilze, Kartoffel-Curry und zum Dessert Vanillecreme.

Donnerstag, 7. April 2005
Ruhetag in den warmen Quellen
Trotz dem eingeplanten Ruhetag ist die ganze Mannschaft schon früh auf und weckt uns um 6 Uhr 45 mit einer Kanne Tee. Lea singt Christian zu dieser frühen Morgenstunde "Happy Birthday". Wir geniessen den freien Tag und erholen uns von den Anstrengungen der vergangenen Wandertage. Nachtessen: Suppe, Reis, Eier im Teig, Käse-Momos (eine Art Ravioli), Gemüse, Pilz-Kaese-Pizza, Poulet-Curry

Freitag, 8. April 2005
Gasa Tsachu (2300m) nach Damji (2430m)
15 km, Trekkingzeit 3 Stunden 10
Wetter: sonnig, sehr heiss, nachmittags bewoelkt
Der letzte Trekkingtag! Bei schönstem Wetter ziehen wir los und schon bald treibt es uns den Schweiss aus den Poren. Eigentlich geht es talabwärts, aber auch heute kommt eine Zwischensteigung nach der anderen. Wir haben es nicht mehr eilig und lassen die Maultiere schon bald an uns vorbeiziehen. Unser letztes Lager stellen wir in Damji auf. Von unserem Zeltplatz aus haben wir eine gute Aussicht auf die unzähligen Reisterrassen, die das Landschaftsbild prägen. Nachtessen: Suppe, Reis, Paneer-Curry (eine Art Käse), Yakgeschnetzeltes, Pilze, gemischtes Gemüse, Kabissalat. Wir sitzen noch lange mit der Mannschaft im Küchenzelt und bedanken uns bei jedem Einzelnen für den tollen Service, der uns geboten wurde. Am nächsten Tag wird uns der Jeep abholen und nach Punakha bringen.

 
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