Lea und Christian
    auf ihrer grossen Reise 2004
     
 

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  Reisebericht Sabah

22.06. - 6.07.2004

Grüezi - Selamat Datang*

Sabah, neben Sarawak der zweite Teilstaat Malaysias auf der Insel Borneo, bedeckt den Nordosten der Insel. Bei den Seefahrern früherer Jahrhunderte war Sabah als das "Land unter dem Wind" bekannt. Während auf den Philippinen jährlich Taifune wüten, liegt Sabah nämlich bereits südlich dieser Sturmgebiete. Bergige Landschaften prägen sein topographisches Bild und nur 50 Kilometer von der Küste entfernt liegt der Gipfel des Mount Kinabalu, mit 4'095 Meter über Meer der höchste Berg Südostasiens. Bis vor wenigen Jahren war ein Grossteil des Landes bewaldet. Die intensive Rodung zur Holzverwertung oder zur landwirtschaftlichen Nutzung hat aber zur massiven Zerstörung der ursprünglichen Regenwälder geführt.

Zu Sabah gehört auch die der Küste Vorgelagerte Insel Labuan, wo wir per Boot von Brunei kommend, einreisen. Eine äusserst stürmige Fahrt mit dem Expressboot bringt uns noch am selben Tag nach Kota Kinabalu, der Hauptstadt Sabahs. KK, wie der Ort im allgemeinen Sprachgebrauch genannt wird, ist eine Stadt des Wachstums. Seit 1980 hat sich ihre Einwohnerzahl auf über 200'000 verfünffacht. KK fehlt der koloniale Touch und der Reiz, über den beispielsweise Kuching in Sarawak verfügt.

Wir wollen deshalb auch nicht zu lange hier bleiben und verlassen die Stadt mit dem Zug für einen zweitägigen Ausflug schon am übernächsten Morgen. Wir fahren mit dem Bummelzug nach Beaufort und von dort weiter nach Tenom. Diese Zugstrecke gehört zu den schönsten Attraktionen Sabahs. Der Zug fährt langsam durch Schluchten, oft eng dem Fels entlang, immer begleitet vom Fluss Sungai Padas, der mal rauschend und mal träge dahinfliesst. Die Schienen sind von Gräsern überwuchert, ab und zu wird die Fahrt von einem Stopp an einem kleinen Bahnhof unterbrochen. Endpunkt der Eisenbahnfahrt ist Tenom, bevor wir am folgenden Tag nach KK zurückfahren, besuchen wir den lebhaften Markt und geniessen einen Abend in dieser verschlafenen Kleinstadt.


Einer der Gründe unseres Besuchs in Sabah ist der Mount Kinabalu. Bereits in KK melden wir uns im Sabah Nationalpark Headquarter für eine Besteigung des höchsten Berges Südostasiens an. Der Berg, im 754 Quadratkilometer grossen Nationalpark, gehört zum Gebirge der Crocker Range, das Sabah durchzieht. Den Aufstieg werden wir von Mesilau in Angriff nehmen, wo wir im Mesilau Nature Resort Quartier beziehen und uns auf 2'000 Meter über Meer einen Tag zur Aklimatisierung gönnen. Wir geniessen die tolle Unterkunft und das feine Essen im Resort. Zu dem hoffen wir auf eine Wetterbesserung, regnet und windet es doch recht stark. Die Route von Mesilau auf den Gipfel ist länger, als der von den meisten Berggängern gewählte Aufstieg ab dem Kinabalu Nationalpark Headquarter in Ranau. Dafür hat unsere Strecke von der Natur her mehr zu bieten. Der Wettergott scheint uns gut gesinnt, haben sich doch die Regenwolken bis zum Start des Aufstiegs verzogen: ideales Wanderwetter. Der Weg führt durch saftig grünen Regenwald und ist sehr beschwerlich. Immer wieder führt er hinunter in ein Tal, bevor wieder ein sehr steiler Aufstieg folgt. In regelmässigen Abständen treffen wir auf Wegweiser, Distanztafeln und einfache sanitäre Anlagen mit Trinkwasser. Von der Tierwelt bekommen wir nicht viel zu Gesicht und auch von der Nepenthes, einer Fleischfressenden Pflanze, entdecken wir nur gerade zwei Exemplare. Diese Pflanzenart ist nur im Nationalpark zu finden. Die grössten Exemplare dieser exotischen Pflanzen sollen ein Fassungsvermögen von einem Liter Wasser haben. Nach dem Zusammentreffen der beiden Wanderwege verändert sich die Vegetation. Der Weg wird steiniger und die Pflanzen am Wegrand karger. Unterwegs treffen wir neben anderen Berggängern auf viele einheimische Lastenträger. Diese tragen schwere Lasten von und zur Laban Rattan Hütte, dem auf 3'300 Meter über Meer liegenden Übernachtungsort der Bergsteiger. Sie kennen ihren Hausberg von unzähligen Besteigungen und haben einen stetigen und stechenden Schritt. Als Tragsystem für die in Jutesäcken gepackten schweren Lasten dienen Schnüre und Bänder, die um ihre Schultern und ihre Stirn gewickelt sind. Wir meistern die erste Etappe bis zur Hütte bis kurz vor Einsetzen des Regens. Während wir einen heißen Kaffee trinken, kommen die durchnässten Wanderer in Scharen zur Hütte. Bis zu 200 Personen können hier übernachten. Am Abend hört der Regen auf, der Nebel verschwindet, und wir geniessen bei windigen und kalten Temperaturen einen schönen Sonnenuntergang. Als wir am nächsten Morgen um vier Uhr in der Früh marschbereit sind, ist es draussen stockdunkel, neblig und eiskalt. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die meisten Bergsteiger bereits auf dem Weg. Sie haben zwei Stunden vor uns die Hütte verlassen, um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel erleben zu können. Der Weg führt steil den Berg hinauf, oft über Holztreppen oder mit Seilen gesichert. Im Lichtkegel unserer Taschenlampe tasten wir uns langsam vorwärts. Als eine unserer Lampen nicht mehr funktioniert, beschliessen wir, beim nächsten Unterstand zu warten und die Besteigung bei Tageslicht fortzusetzen. Nach einer Stunde erreichen wir die Saya-Saya Hütte auf 3'670 Metern über Meer. Wir sind froh, hier dem kalten Wind und Nebel etwas zu entkommen und warten rund 50 Minuten. Kurz nach Sonnenaufgang marschieren wir weiter. Uns kommen bereits die ersten Wanderer vom Gipfel entgegen, völlig durchfroren und in Eile, möglichst rasch in die Wärme der Laban Ratan Hütte zurückzukehren. Erstaunlich, wie viele Touristen die Besteigung bis auf 4'100 Meter über Meer in kurzen Hosen, T-Shirt und dünnem Plastikregenschutz bewältigen. Der weitere Weg führt von nun an über Granitfelder. Wir benutzen die Sicherheitsseile praktisch während des gesamten Aufstiegs, ist der Fels doch wegen des Nebels nass und glitschig. Die Höhe verkraften wir gut, langsam aber stetig marschieren wir weiter. Das Wetter scheint sich nicht zu bessern. Durch ein Nebelloch sehen wir urplötzlich den Hauptgipfel, den Lowe's Peak vor uns. Dies verleiht uns neue Energie. Kurze Zeit später haben wir es geschafft. Das Gefühl, auf dem höchsten Gipfel Südostasiens zu stehen ist überwältigend. Und wir haben Glück. Die dicken Wolken beginnen sich zu verziehen und wir können die prächtige Aussicht genießen. Der kalte Wind zwingt uns bereits nach wenigen Minuten zum Abstieg. Dieser erweist sich noch beschwerlicher als der Aufstieg. Wir sind froh um die installierten Seile, die uns vor manchem Sturz bewahren. Während wir zur Hütte zurückkehren, verziehen sich die Wolken gänzlich und uns präsentiert sich eine spektakuläre Aussicht auf die Weite des Kinabalu Nationalparks und die Hügelketten Sabahs. Nach einem stärkenden Frühstück nehmen wir den Rückweg nach Mesilau in Angriff. Die mehr als 2500 Stufen machen uns beim Abstieg mehr zu schaffen als beim Aufstieg. Unser Blick schweift oft nach oben zum Gipfel; das Gefühl, noch vor wenigen Stunden dort oben gestanden zu sein, erfüllt uns mit Stolz. Als Belohnung für unsere arg strapazierten Muskeln, verbringen wir einen Tag in den nahe gelegenen Poring Hot Springs. Welche Wohltat, unsere verspannten Gliedern im warmen Schwefelwasser etwas zu lockern.

Zum Abschluss unseres Besuchs in Sabah besuchen wir in Sepilok das zweite Orang Utan Rehabilitationszentrum auf Borneo. Dieses Zentrum ist bekannter und grösser als jenes in Sarawak. Dies zeigt sich auch daran, dass zu den beiden täglichen Fütterungszeiten unzählige Tourbusse eintreffen. Was sich die Orang Utans beim Anblick der kamerabehangenen Touristengruppen wohl denken? Zumindest einer von ihnen scheint es zu geniessen, im Mittelpunkt zu stehen. Er posiert minutenlang vor den Linsen unzähliger Kameras.

Mit dem Bus fahren wir Richtung indonesiesche Grenze. Unser letzter Übernachtungsort in Sabah ist Tawau. Dort steigen wir ins Boot, das uns nach Kalimantan bringen wird. Sabah liegt hinter uns. Wir freuen uns auf neue Erlebnisse in Kalimantan.

*so begrüsst man sich in Sabah.

Topps und Flopps Sabah

Topps

  • Besteigung Mt. Kinabalu
  • Sepilok Jungle Resort
  • Zugsfahrt

Flopps

  • Poring Hot Springs
  • Sandakan - eine schreckliche Stadt
  • Blutegel auf Dschungelwanderung in Sepilok

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