The Andes Trail
Lea unterwegs von Quito nach Ushuaia 2010
 
 
  Von: lea.degen
Gesendet: Dienstag, 7. September, Huancayo (Peru)
Betreff: "Hinter den Kulissen"

Liebe Freunde

Dieses Mal erzähle ich ein euch ein wenig, was so hinter den Kulissen - lustiges oder auch weniger lustiges - geschieht:

  • Es begann in Quito: Zwei Tour-Teilnehmer haben ihre Bikes als "Sperrgut" nach Quito schicken lassen –das gab ein Riesentheater und einen unglaublichen Papierkrieg, bis sie ihre Bikes als Privatpersonen aus dem Zoll herauslösen konnten.
  • Kaum zu glauben: Ein Biker hat in einem Hotel seine Bikeschuhe vergessen...
  • Wäscheservice in den Hotels: Das ist immer ein Gaudi, wer welche Wäschestücke von wem in welcher Wäsche wieder zurückerhalten hat.
  • WC’s: In Peru gibt es sehr wenige "Banons publico". Daher tragen viele Peruanische Frauen einen weiten, knielangen Rock. Auf weitere Details verzichte ich.
  • Empanada de queso: Eine wunderbare Zwischenverpflegung. Das Besondere daran: der Käse ist in einen süssen Hefeteig gewickelt.
  • Inka Cola: das Powergetränk der Peruaner. Das hellgelbe supersüsse Getränk wird literweise getrunken und schmeckt eigentlich wie Red Bull.
  • Heladerias: Nicht nur für Südamerikaner eine der Lieblingsspeisen - auch ich bin schon Stammgast. Überall sind diese feinen Glacesorten erhältlich. 3 Kugeln oder mehr verdrücke ich locker...
  • Peruanische Hunde: werden immer aggressiver. Ein Tatoo einer Hundepfote ziert seit letztem Samstag mein Wädli - erst noch gratis dazu. Einem Biker wurde in die Veloschuhe gebissen, ein Biker hat seit kurzem ein hübsches Souvenir eines Hundebisses an seiner Velotasche.
  • Einer unserer Trucks bleibt in der Pampa stecken. Der Grund: kein Benzin mehr... zum Glück haben wir an diesem Tag in einem Hotel mit einer funktionstüchtigen und äusserst guten Kaffeemaschine übernachtet - die Maschine lief während dem Warten auf den Truck auf Hochtouren.
  • Peruanische Geldautomaten: Bei meinem ersten Versuch, in Huancaco Geld zu beziehen kam sinngemäss folgende Meldung: „Die Geldauszahlung kann nicht durchgeführt werden. Wollen Sie weiterfahren?“ Drücke ich NEIN, wird die Transaktion abgebrochen, drücke ich JA kann ich einen Geldbezug tätigen. Logisch – oder?
  • Folgende Gegenstände haben wir unterwegs schon verloren: Bidons, kleine Velopumpen, Ersatzreifen, Verpflegung (Bananen, Riegel)
  • Die meistbenötigten Arzneimittel aus der Bike-Dreams Apotheke: Schmerzmittel, Immodium, Kopfwehtabletten, Desinfektionsmittel, Heftpflaster und Verbandsmaterial
  • Private Toiletten: In einem Restaurant durften wir die open-air Toilette benutzen. Was für eine Überraschung: eine richtige und erst noch saubere Kloschüssel. Ein loses Brett diente als Türe. Achtung bei heftigen Sturmwinden - die Türe könnte davon fliegen...
  • Brotbedarf für 2 Tage Bushcamp: 600 Brötchen (für 36 TeilnehmerInnen)
  • Seit unserer Ankunft in Peru werden wir regelmässig von einer Polizeieskorte begleitet. Damit zeigen uns die Peruaner ihren Respekt. Gleichzeitig ist es für uns Biker unterwegs viel sicherer und wir werden für Überfälle unattraktiv…
  • Christian's Päckli mit Fahrradersatzteilen lagert seit Wochen am Zoll in Lima. Grund: Auf einem Formular steht "permanent export". Neben unzähligen Telefonaten habe ich diverse Formulare ausgefüllt und meinen Ausweis gefaxt. Immer wieder kommen neue Anforderungen. Ob ich das Päckli wohl noch in Peru erhalte? Die Dame von DHL meint lakonisch: Das ist halt der peruanische Zoll. Die Zöllner haben sicher schon die feinen Süssigkeiten gemampft...
  • Möchte ich als Tourist einen Brief verschicken muss ich folgende Hürden überwinden: Wo bekomme ich ein Couvert? Wo kaufe ich Briefmarken? Wo gibt es einen Briefkasten?
  • Was bedeutet ein am Strassenrand liegendes Fahrrad und im Busch hervorscheinendes WC-Papier?
  • Buscamps: Bis hier in Südamerika habe ich immer auf einem "relativ" schönen und flachen Untergrund gezeltet. Auf dieser Tour gibt es aber keine Alternativen. Wichtigstes Kriterium: Wo hat es Platz für 30 Zelte! Das heisst, dass ich vielfach auf unebenem Terrain schlafe, dass mein Zeltboden bereits mit einigen Löchern versehen ist (Dornen, spitzige Steine) und meine Heringe mehr krumm als gerade sind. Ist der Boden zu hart, befestige ich mein Zelt mit grossen Steinen - dafür hat es neben den Schlaufen ja auch eine Schnur…
  • Defekte Gegenstände in unserer Gruppe: nigelnagel neue Velohosen aus Peru und andere Kleidungsstücke, Taschen, Zelte, zerbrochene Zeltstangen, nicht wasserdichte Zelte, defekte Therm-a-rest Matten, etc.
  • Wo kann ich an einem Ruhetag ganz sicher meine Gspänli antreffen? In einer Cafeteria, einer Pizzeria oder einer "Cervecheria" (Bierausschank)…

Liebe Grüsse aus Peru

Lea

 

 

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